Russland Nord – Gruppe 2 – 2018 – Etappe 3

Ein Handy. Alles auf Anfang!

Liebe Freunde des Ostens,

vorbei an den Wohnfabriken am Stadtrand fahren wir gen Norden.

An der Grenze zur Republik Karelien fühlte sich lange keiner zuständig für die Straße…

… doch jetzt wird auch hier gebaut.

Schon die Namen der Orte und Flüsse lassen darauf schließen, dass dies einmal finnisch geprägtes Land war.

Beim ersten Meeting am Stellplatz in Sortavala verteilt das Team Mückenschutzhüte, die wir sehr bald brauchen werden.

Die richtige Anwendung muss zwar noch geübt werden…

…ergibt sich aber bald von selbst,

… denn im Unterholz am Seeufer lauern sie schon.

Auch andere Insekten, die allerdings keine Gefahr darstellen.

Ein beschaulicher Abend am See tut gut nach so viel kulturellem Input einer Großstadt wie St. Petersburg.

Am nächsten Tag spazieren wir zum Landungssteg und fahren wieder mit dem Wodachod, dem Wasserfahrzeug Tragflügelboot …

zur Klosterinsel Walaam.

Seit einigen Jahrhunderten siedelten hier Mönche. Wir beginnen den Rundgang in dem von ihnen angelegten Obstgarten.

Geweiht ist das Kloster dem heiligen Andreas, hier Sv. Andrej genannt.

Diese Kapelle besteht aus massiven Marmor, gebrochen unweit von hier, wo wir morgen noch hinkommen.

Das Anwesen macht einen sehr gepflegten Eindruck.

Auch heute kommen noch junge Männer, um als Pilger mitzuhelfen; einige bleiben sogar später als Mönche.

Dieser hier verkauft uns leckeren geräucherten und selbst gefangenen Fisch, auch eine Einnahmequelle des Klosters.

Dann kehren wir zurück nach Sortavala. Nach nur ca. 50 Minuten Übers-Wasser-Gleitens sind wir da.

Zeit, noch einen Stadtrundgang zu machen.

Einige Bewohner wohnen noch in den alten Holzhäusern…

…und sind gewohnt, viele Reparaturarbeiten selbst auszuführen.

Inmitten der Stadt dieses Wandbild im sowjetischen Stil, aber mit Motiven älterer heimatlicher Traditionen.

Man identifiziert sich mit Karelien als Heimat…

… und akzeptiert die sowjetische Zeit als Teil der Geschichte.

Von einem Hügel aus, der einen leicht verfallenen Kulturpark darstellt, hat man einen Blick auf die kleine Stadt, eingebettet in die karelische Landschaft.

Weiter gen Norden machen wir Halt an einem schönen Ort, wo kleine Seen ihr torfiges Wasser als Wasserfälle und Stromschnellen über die Felsen ergießen.

Sicher auch im Winter ein reizvolles Ziel für Touristen und Einheimische!

Wir fahren weiter nach Ruskeala, wo wir den Marmorsteinbruch besichtigen, der den Grundstoff für viele prächtige Bauten in Moskau, St. Petersburg und Helsinki geliefert hat.

Unter sachkundiger Führung und mit bewährt ausgezeichneter Übersetzung durch Arthur erfahren wir alles über die Abbaubedingungen, Geologie und Geschichte des ursprünglich „Weißen Berges“.

Manch einer überlegt sich einen Stein mitzunehmen…

Auch unter Tage wurden die kostbaren Steine gebrochen.

Heute ist der Tagebau voll Grundwasser gelaufen und soll als Touristenattraktion „geologischer Park“ weiter ausgebaut werden.

Gleichzeitig kann man hier die einheimische Flora und Fauna studieren, denn die Natur hat sich den Ort zurückerobert.

Weiter geht es entlang von Seen und Wäldern bergauf und bergab…

Unser Ziel ist Kinerma, oder finnisch: Kinnermäki.

Schon bei der Einfahrt fühlen wir uns um mehr als 70 Jahre zurückversetzt…

laufen die hier immer so herum?

Die Kirche mit Stalinbild als Dorfsowjet?

Und was sind das für Soldaten mit deutschen Stahlhelmen?

Gerlinde bleibt schier der Mund offen…

…aber dieser Kradmelder was hat der in der Hand?

Aha, erwischt! Ein Handy. Alles auf Anfang! Die Szene muss nochmal gedreht werden.

Nur noch schnell das Bimobil zwischen Lautsprecherwagen und Leiterwagen durchzwängen …

… und dann noch den Morelo…

Kein Problem. Wer schon mal gedreht hat weiß: Drehzeit ist Wartezeit.

Deshalb haben wir auch zwischendurch die Möglichkeit dem Dorfsowjet ähh… der Dorf-Kirche einen Besuch abzustatten.

Die Führung macht der Sohn unserer Gastgeber,

einer der 5 permanenten Einwohner des Ortes, der uns etwas über die Bedeutung der Kirche und seiner „wundersamen Ikone“ erzählt.

Im privaten Dorfmuseum werden Erinnerungen seiner Ahnen wachgehalten, die sich mit der Szenerie der Filmkulisse zu einem lebendigen Panorama ergänzen.

Denn es waren finnische Soldaten, die im Filmset UND in 1941 Kinerma besetzten.

Viele Motive für unsere Fotografen…

Peter interessiert sich für den Motor des alten GAZ

Zum gelungenen Abschluss des Tages lud unsere Gastgeberin Nadeschda zu Tee und typisch karelischem Gebäck ein.

Zeit für jeden, die Erlebnisse des Tages nochmal Revue passieren zu lassen.

Ein schöner Tag geht zu Ende und wer mochte, konnte sich am selben Ort am selben Abend noch einen künstlerischen Kostümfilm über die Kostbarkeiten St. Petersburgs ansehen…

Morgen geht es weiter zum Onegasee und der Hauptstadt Kareliens: Petrosawodsk!

Von dort melden wir uns dann wieder – bis bald!

Euer Team